Zwei Gewässer, ein Fluß - Duas Águas, Um Rio


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Zwei Gewässer, ein Fluß - Duas Águas, Um Rio

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ZWEI DICHTER DER ALGARVE, die etwa seit Mitte der fünfziger Jahre befreundet sind, als beide noch über ihre jeweiligen Lyrikerstlinge sinnierten, welche nur ein, zwei Jahre später in Portugal erscheinen sollten und die Wege dieser zwei äußerst bemerkenswerten Lyriker vorzeichneten: António Ramos Rosa, geboren 1924 in Faro, der Hauptstadt der Provinz Algarve, und Casimiro de Brito, geboren 1938 in Loulé, ein wenig nordwestlich von Faro. Gemeinsam gaben sie in Faro die einflußreiche Literaturzeitschrift 'Cadernos do Meio-Dia' (1958-1960) heraus, nachdem Casimiro de Brito von einem einjährigen Aufenthalt in London zurückgekehrt war, wo er die japanische Poesie, insbesondere das Haiku, für sich entdeckte und Japanisch lernte. 1962 zog António Ramos Rosa, der gerade Paul Éluard aus dem Französischen ins Portugiesische übersetzte, nach Lissabon. Casimiro de Brito lebt seit 1971 in der portugiesischen Landeshauptstadt, nachdem er drei Jahre in Deutschland verbracht hatte. Zudem verbindet beide Matsuo Bashô.

In den achtziger Jahren, als der Ältere bereits dreißig Lyrikbände und der Jüngere fünfzehn poetische Einzeltitel vorgelegt hatte, entstand die kreative Idee einer vierhändigen Komposition, die ursprünglich Casimiro de Brito vorschwebte, vielleicht inspiriert von japanischen und internationalen Renga-Gedichten, und die ihre jahrzehntelange Freundschaft noch mehr vertiefen sollte. Im Gegensatz zu reglementierten Ketten- oder Kollektivgedichten, die einerseits eine traditionelle Form vorgeben und andererseits in bestimmten Versen synonymische oder antinomische Anklänge wiederaufnehmen, vereinbarten sie keinerlei festes Regelwerk, außer der schöpferischen Freiheit des Schreibens in zwei Stimmen, die sich gegenseitig lesen und schreiben, einander antworten und zuhören, quasi eine poetische Partie Fernschach, bei der es weder Gewinn noch Verlust gibt, nur Flugasche, 'Algen des Vergessens', Blütenstaub im Wind und Musik auf den Gewässern, zen-buddhistische Kôans zur Erforschung der Stille, Betrachtungen über die weiße Farbe, das Nichts, die Leere und das Schweigen, poetologische Sentenzen, 'Sommerkörper', Liebe und Wonne: 'Im losen Dickicht dieser Silben / höre ich die Luft.' Im Verlauf eines Jahres entstand der zweistimmige Zylus, der im Oktober 1989 in Portugal erstveröffentlicht wurde und einen derart aufmerksamen Widerhall bei den Kritikern und Lesern fand, daß er im Februar 2002 in die zweite Auflage ging. Begeistert waren beide von der dynamischen Erfahrung, Anregung und Herausforderung des gemeinsamen Schreibens. Schließlich wagte António Ramos Rosa dieses poetische Abenteuer der Sprache erneut mit anderen Dichtern aus Portugal und Frankreich, darunter die 'Méditations Metapoétiques' mit Robert Bréchon, während Casimiro de Brito seinerseits mit portugiesischen, brasilianischen, japanischen und arabischen Dichtern jeweils vierhändige Bücher verfaßte. Beide Dichter wurden für ihre Werke mit zahlreichen portugiesischen und internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet. Zum Weiterlesen liegt von beiden jeweils ein eigener Einzeltitel auf deutsch vor.

CASIMIRO DE BRITO wurde 1938 in Loulé (Algarve) geboren und lebt seit 1971 in Lissabon. In den späten fünfziger Jahren begann er, Gedichte zu veröffentlichen. Seither sind mehr als 40 Lyrikbände erschienen, zudem schreibt er Aphorismen, Essays, Romane und Erzählungen. ANTÓNIO RAMOS ROSA wurde am 17. Oktober 1924 in Faro geboren. Seit den sechziger Jahre lebte der Lyriker, Essayist, Übersetzer und Literaturkritiker in der Haupstadt Lissabon und leitete die portugiesischen Literaturzeitschriften Árvore, Cassiopeia und Cadernos do Meio-Dia.

von António Ramos Rosa und Casimiro de Brito

Einband, broschiert 167 Seiten

15,6 × 15,6 cm

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